Fucus ist eine Seetang-Gattung der Braunalgen.
Die Fucus-Arten sind stattliche, mehrjährige Makroalgen. Ihr lederartig derber, braungrüner Thallus ist abgeflacht, in einer Ebene gabelig verzweigt und von einer Mittelrippe durchzogen. Er erreicht bis etwa 50 cm Länge. An der Basis ist er mit einem scheibenförmigen Haftorgan fest mit dem Untergrund verbunden. Bei älteren Exemplaren bildet die Mittelrippe nach Verlust der Thallusränder einen festen Stiel. Oft sind Gasblasen vorhanden, die dem Tang im Wasser Auftrieb verleihen.
Die Fucus-Tange sind stets diploid. Zur Reifezeit bilden sich an den Thallusenden die meist geschwollenen Fruchtkörper, so genannte Rezeptakeln, an denen die Gameten aus krugförmig eingesenkten Organen (Konzeptakeln) freigesetzt werden. Bei den meisten Arten sind männliche und weibliche Konzeptakeln auf verschiedene Exemplare verteilt (Diözie). Einige Arten sind monözisch mit männlichen und weiblichen Sexualorganen auf demselben Thallus. Manche der monözischen Arten sind zwittrig (beispielsweise der Spiraltang), andere getrenntgeschlechtig.
Innerhalb der Konzeptakel werden die männlichen Gameten (Zoosporen, Schwärmer) durch Meiose an verzweigten Antheridienständen gebildet. Die Eizellen entstehen an kurz gestielten Oogonien. Wenn die Algen bei Niedrigwasser austrocknen, werden die Gameten an die Oberfläche herausgedrückt und mit der ansteigenden Flut abgewaschen und vermischt. Die Eizellen locken die männlichen Geschlechtszellen mit Hilfe des Kohlenwasserstoffs Fucoserraten an. Nach der Befruchtung und Verschmelzung der Zellkerne (Karyogamie) setzt sich die Zygote fest, keimt aus und bildet einen neuen diploiden Thallus.
Nach der Hauptreifezeit erneuern sich die Fruchtkörper.
Die Fucus-Arten sind im kühlen Wasser von Nordatlantik und Nordpazifik verbreitet. In der Nordsee und Ostsee kommen sie vor allem an steinigen Küsten vor. Sie besiedeln festen Untergrund, wie Hafenmauern, Felswatt oder Muschelbänke von der oberen bis zur unteren Gezeitenzone. Die einzelnen Arten bevorzugen unterschiedliche Höhenzonen: am weitesten oben kommt der Spiraltang vor, nach unten folgen Fucus guiryi, Blasentang und Sägetang.
Die Gattung Fucus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species plantarum, Band 2, S. 1158 aufgestellt. Der Gattungsname Fucus ist eine lateinische Ableitung von griechisch: Phykos (Tang). Als Typusart wurde die Art Fucus vesiculosus L. bestimmt (Lectotypus). Die Gattung gehört zur Ordnung der Fucales. Sie umfasst nach Guiry (in Algaebase 2012) derzeit 15 Arten:
Sägetang und Blasentang werden in Irland und Frankreich zur Herstellung von Seetang-Extrakt für Kosmetikprodukte genutzt. Als Tangbäder werden die getrockneten Algen auch in der Thalassotherapie eingesetzt.
Fucus ist eine Seetang-Gattung der Braunalgen.