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Spionidae ( German )

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Wissenschaftlicher Name Spionidae Grube, 1850

Spionidae ist der Name einer Familie kleiner bis mittelgroßer, als Filtrierer lebender Vielborster (Polychaeta), deren über 100 Arten in Meeren weltweit zu finden sind.

Merkmale

Die Vielborster der Familie Spionidae haben oft ein gerundetes und abgeschnittenes Prostomium, doch kann dieses auch zugespitzt sein oder ein Paar seitliche Hörner haben. Nach hinten ist es auffällig verlängert und trägt ein Paar wulstförmige (karunkelartige) Nuchalorgane. Die Tiere haben 2 bis 6 Augen. Eine mittlere Antenne kann vorhanden sein oder auch fehlen. Am Peristomium sitzen stets zwei lange und hoch bewegliche Palpen mit einer Längsrinne, die der Ernährung dienen. Außer am ersten Segment, wo Notopodien bei manchen Arten fehlen können, sind die Parapodien sind gegabelt mit typisch blattförmigen Notopodien und Neuropodien. Während dorsale und ventrale Cirren stets fehlen, sind Kiemen oft vorhanden, und zwar entweder nur an den ersten wenigen oder aber an den meisten Segmenten. Die Kiemen sitzen am Rücken neben den Lappen der Notopodien, mit denen sie teilweise oder ganz verwachsen sein können. Sie sind meist mehr oder weniger abgeflacht, können einfach und seitlich bewimpert sein oder auch Federn oder Lamellen tragen. Am Pygidium können zwei längliche Analcirren oder zahlreiche kleinere Cirren oder Lappen sitzen. Während Aciculae und zusammengesetzten Borsten fehlen, sind die Borsten an den Notopodien und Neuropodien einfache glatte oder gerandete Haarborsten oder einfache Haken mit Apikalzähnen, bisweilen ummantelt, oder auch Widerhaken oder veränderte Stacheln. Bei vielen Spionidae sind sich alle Segmente ähnlich, doch ist bei Polydora und einigen nahestehenden Gattungen das 5. Segment modifiziert und trägt verschiedene andere Borstentypen, darunter auch einfache Stacheln.

Verbreitung, Lebensraum, Lebensweise

Die Spionidae sind in Meeren weltweit verbreitet und finden sich in den unterschiedlichsten marinen, benthischen Lebensräumen. Vertreter insbesondere der Gattungen Polydora und Boccardia vermögen sich in harten Kalkstein zu bohren und können deshalb Muschelbänke und Korallenstöcke ernsthaft schädigen. Andere Arten leben in Sedimentböden oder Schlamm und können in hoher Individuenzahl auftreten. Der sandbewohnende Spiophanes bombyx ist Kosmopolit und im östlichen Teil der Deutschen Bucht mit 28 % aller Vielborster-Individuen deren häufigste Art.[1]

Die Spionidae leben vor allem an der Oberfläche der Sedimentböden als Filtrierer oder Substratfresser, wo sie mit ihren beiden Palpen Nahrungspartikel aufnehmen und über die Wimperrinnen zum Mund transportieren.

Entwicklungszyklus

Die Spionidae können hinsichtlich der Art der Befruchtung in zwei Gruppen unterteilt werden: In den Gattungen Aonides, Laonice, Prionospio, Spiophanes, Scolelepis und Malacoceros werden die Gameten ins freie Meerwasser gelassen, wo die Befruchtung stattfindet. Bei Spio, Microspio, Polydora und den mit letzterer verwandten Gattungen kopulieren Männchen und Weibchen, so dass eine innere Befruchtung erfolgt; bei vielen Arten in dieser Gruppe entwickeln sich die Larven anfangs in Eikapseln, ehe sie zum Leben als frei schwimmende Larven übergehen. Die Form der Eikapseln und der Larven unterscheidet sich je nach Art; neben einer Ernährung über Dotter gibt es auch Arten mit Nähreiern in den Kapseln. Gegen Ende der frei schwimmenden Phase sinkt die Larve auf den Boden und metamorphosiert zu einem kriechenden Wurm. Bei der brütenden Art Streblospio benedicti kommen zwei Fortpflanzungsstrategien mit dotterarmen Eiern und planktonfressenden Larven einerseits und dotterreichen Eiern andererseits vor.

Von manchen Arten der Spionidae ist bekannt, dass sie sich auch ungeschlechtlich durch Autotomie vermehren, darunter Pygospio elegans.

Systematik

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Spio seticornis (Fig. 1–7) und Spio filicornis (Fig. 8–12). Otto Fabricius (1785): Von dem Spio-Geschlecht, einem neuen Wurmgeschlecht.

Als erste Art wurde Spio seticornis 1767 von Carl von Linné als Nereis seticornis beschrieben, und 1776 folgte die Beschreibung der später als Typusart bestimmten Spio filicornis durch Otto Friedrich Müller unter dem Namen Nereis filicornis. Der dänische Geistliche Otto Fabricius, Autor der Fauna Groenlandica (nicht zu verwechseln mit seinem Zeitgenossen, dem Zoologen Johann Christian Fabricius), erkannte die Besonderheiten dieser Ringelwürmer und stellte die Gattung Spio mit den beiden Arten Spio seticornis und Spio filicornis auf. Adolph Eduard Grube beschrieb 1850 die Familie Spiodea als „Aricieen mit 2 langen Fühlercirren“.

Zur Familie Spionidae gehören etwa 38 Gattungen mit rund 115 beschriebenen Arten:

Etymologie

Der Name der Familie ist vom Gattungsnamen Spio abgeleitet, welcher von Speio, einer Meeresnymphe (Nereide) der griechischen Mythologie[2] kommt, in Analogie zur Familie Nereiden.

Literatur

Weblinks

 src= Commons: Spionidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Klaus J. Götting, Ernst F. Kilian, Reinhard Schnetter: Einführung in die Meeresbiologie 1: Marine Organismen — Marine Biogeographie. Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1982. S. 97.
  2. Wilhelm Vollmer: Wörterbuch der Mythologie aller Nationen: Mit 129 Tafeln, Hoffmann'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1836. S. 1454. Abgerufen am 25. Jänner 2019.
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Spionidae: Brief Summary ( German )

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Spionidae ist der Name einer Familie kleiner bis mittelgroßer, als Filtrierer lebender Vielborster (Polychaeta), deren über 100 Arten in Meeren weltweit zu finden sind.

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Spionidae

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Spionidae is a family of marine worms within the Polychaeta. Spionids are selective deposit feeders that use their two grooved palps to locate prey. However, some spionids are capable of interface feeding, i.e. switching between deposit and suspension feeding.[2]

Spionids produce tubes by cementing sand grains and detritus material with mucus produced by their glandular pouches. The Spionidae is one of the most studied polychaete families given their biological and commercial importance.[2] Members of this family have been used in regeneration studies and some are capable of boring into calcareous substrate which has destructive implications for commercially important shellfish.

See also

References

  1. ^ Fauchald, Kristian (2008). Read G, Fauchald K (eds.). "Spionidae: Grube, 1850". World Polychaeta database. World Register of Marine Species. Retrieved 27 July 2017.
  2. ^ a b Bortone, Stephen A. (2004). Estuarine Indicators. CRC Press. pp. 277–278. ISBN 978-1-4200-3818-7.
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Spionidae: Brief Summary

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Spionidae is a family of marine worms within the Polychaeta. Spionids are selective deposit feeders that use their two grooved palps to locate prey. However, some spionids are capable of interface feeding, i.e. switching between deposit and suspension feeding.

Spionids produce tubes by cementing sand grains and detritus material with mucus produced by their glandular pouches. The Spionidae is one of the most studied polychaete families given their biological and commercial importance. Members of this family have been used in regeneration studies and some are capable of boring into calcareous substrate which has destructive implications for commercially important shellfish.

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Spionidae ( French )

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Les Spionidae sont une famille de vers annélides polychètes de l'ordre des Canalipalpata. Les annélides sont des animaux protostomiens métamérisés vermiformes.

Liste des genres

Selon World Register of Marine Species (30 octobre 2015)[2] :

Notes et références

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Spionidae: Brief Summary ( French )

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Les Spionidae sont une famille de vers annélides polychètes de l'ordre des Canalipalpata. Les annélides sont des animaux protostomiens métamérisés vermiformes.

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Classification

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Classification of Spionidae into subfamilies has been relatively little used as, apart from the Polydora-group of genera, the groupings are not obvious. The Polydora-group are also seen as tribe Polydorini (polydorins) following Benham (1896) who created Polydoridae solely for the genus Polydora, based on the chaetiger 5 spines and a lack of branchiae on chaetigers 1-5. Mesnil (1896) analysed the relationship of existing spionid genera, but did not assign subgroup names to them. Mesnil (1897) removed Disoma (now Trochochaeta) from Spionidae to Disomidae (now Trochochaetidae).
Söderström (1920) created subfamilies Spioninae, Nerininae, and Laonicinae. Spioninae Söderström included Spio, Microspio, Pygospio, and Polydora (Boccardia was not mentioned, but it would also include Boccardia and the other Polydora-group genera). According to Blake (1996:82) these genera had thin-membraned eggs, long-headed sperm, and egg capsules, whereas all other spionids had thick-membraned eggs and short-headed sperm. Nerininae Söderström included Nerine (now Scolelepis or Malacoceros), Colobranchus (now Malacoceros), Scolecolepis (now Scolelepis), and Aonides. Thus the current genera are Scolelepis, Malacoceros, and Aonides. Laonicinae Söderström included Laonice, Prionospio, and Spiophanes.
As there are now about 40 valid Spionidae genera, Söderström's classification would require a new analysis to apply it further. Blake & Arnofsky (1999) could confirm only a clade for subfamily Spioninae in their morphological analysis. As yet (May 2021) there appears to be no molecular analysis which examines the relationship of the main spionid genera, or genera in apparently closely related families.

References

  • Söderström, Adolf. (). Studien über die Polychätenfamilie Spionidae. [published thesis]. Uppsala University, printed Almquist and Wicksells, pp.
  • Blake, James A., Arnofsky, P. L. . Reproduction and larval development of the spioniform Polychaeta with application to systematics and phylogeny. Hydrobiologia : -.

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bibliographic citation
Söderström, Adolf. (1920). Studien über die Polychätenfamilie Spionidae. <em>[published thesis].</em> Uppsala University, printed Almquist and Wicksells, 286 pp. Blake, James A., Arnofsky, P. L. 1999. Reproduction and larval development of the spioniform Polychaeta with application to systematics and phylogeny. Hydrobiologia 402: 57-106.
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